Trost
Juli 29th, 2009
Tine
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Tine Blau schimmernder
Himmelsschirm
legt sich mit
Sonnenstrahlenwärme
über Funkelberge
im Tal die Autobahn.
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Tine Lisa fand die Schule nicht lustig. Jeden Tag auf dem harten Stuhl sitzen und den Bleistift spitzen.
Jeden Tag der Lehrerin zuhören, die mit sanfter Stimme rezitierte: „Du nimmst dein blaues Heft und dein Buch der Zahlen. Du schlägst es auf Seite 39 auf …”.
Lisa wollte ihr rotes Heft nehmen und das Buch mit den Geschichten.
Ins grüne Heft malte sie Eisbärbabys, dort wo sie die Uhr hinmalen sollte.
Die Lehrerin schimpfte.
„Lisa, wie willst du im Leben zurecht kommen, wenn du dich nicht an diese einfachen Regeln halten kannst?”
Wieder bekam Lisa eine schlechte Note.
Eines Tages gewann Lisa bei einem Malwettbewerb den ersten Preis. Ihre Mutter und ihr Vater waren sehr stolz. „Endlich hat unsere Lisa mal die Nase vorn. Wir freuen uns für dich.”
Weil sich die Eltern freuten, freute sich Lisa auch.
Als Preis durfte sie mit ihren Eltern und ihrem kleinen Bruder das Eisbärbaby im Zoo besuchen. Mit dem Pfleger stieg sie zu dem tapsigen Flauschbällchen ins Gehege. Sie gab dem Baby die Flasche und streichelte es. Papa machte ein Foto.
Am nächsten Tag in der Schule fragte die Lehrerin:
„Wie war der erste Preis?”
Lisa sah auf die Tischplatte und stieß hervor: „Ich gehe nie wieder in den Zoo.”
Vor Erstaunen bekam die Lehrerin einen Hustenanfall. „Aber warum denn nicht?”
„Dem Eisbärbaby geht es noch schlechter als mir. Es hat keine Mutter und keinen Vater und ist immer gefangen.”
Seitdem zeichnete Lisa nicht mehr - weder ins grüne Heft noch in ein anderes Heft.
Die Lehrerin war sehr traurig, denn sie verstand das Mädchen nicht und wollte es doch so gern.
Zuhause malte Lisa direkt auf die Tapete. Sie sagte: “Jetzt sind meine Tiere nicht mehr eingesperrt.”©tine 0508
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Tine zornig
ranzig
befehle brüllend
- meine kleine -
deine seele strebt
raus - klagend
weißt nicht wohin
mit den mächtigen fluten
decke über den kopf
klein sein
still sein
mutter weint
um deine Qualen
schenkt dir von herzen
zeit und raum
und wachsen dürfen
©tine 0308
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Tine „Liebes Fräulein, glauben Sie mir …“, die Stimme der Aaskrähe kratzte wie Fingernägel auf Raufasertapete. „Ich bin nicht, was ich scheine.“
Erst wenn der Magen lauter als die Bässe aus der Nachbarswohnung knurrte, war Marie fähig aufzustehen. Sie schleppte sich an den Kühlschrank. ‚Du bist der Abfall der Gesellschaft. Zu nichts nutze. Keine Familie, keine Arbeit, keine Aufgabe.’
Das Brot legte sie direkt auf den Holztisch, sie verwendete das Messer vom Vorabend. Die Butter war ranzig geworden, es dauerte zu lange, bis sie allein ein halbes Pfund aufbrauchte. Was sollte sie mit dem angebrochenen Tag anfangen?
„Liebes Fräulein, ich bewundere Sie.“ Die Aaskrähe flötete in ihrem Hirn. Read the rest of this entry »
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Tine ‚Zuerst die Kisten’, dachte Florian. Er hob eine Kiste, um sie zur Dachluke zu schleppen, da raunte eine Stimme:
“Ich geh nicht.”
Das konnte nicht sein. Er war allein hier oben.
Vor einem Jahr hatte Florian mit seinen Eltern die Hinterlassenschaft der Großmutter auf dem Dachboden deponiert. Jetzt sollte hier der Übungsraum für sein Schlagzeug entstehen. Wenn Florian die alten Sachen wegschaffte, dann würde ihm sein Vater beim Umbau helfen. Das war die Abmachung.
Aus dem hinteren Teil des Dachbodens hallte er es wieder:
“Fass meine Sachen nicht an!”
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Tine leise,
der Mond träumt noch -
doch der Morgen schreit -
entrinnen unmöglich
Tatendrang gefroren
auf kahlen Äckern
unter Winternächten
gefangen von unruhigen Geistern
Ungeduld
Perfektion
Angst
Und der Tag beginnt doch
verströmt mit seinen Strahlen
Mut
laut
leuchtend
©by Tine Jan 2008
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Tine Neulich erzählte mir mein Nachbar, dass er angegriffen wurde. Von einem Dämon. Die Attacke ging schleichend vor sich. Erst erschien immer wieder unaufgefordert ein Fenster auf seinem Bildschirm. Er schloss es und dachte sich nichts weiter. Dann war es aus. Nach der Buchstabenfolge „a b e r“ schaltete sich der Computer ab. Ein Virus, das auf das Wort „aber“ reagierte. Mein Nachbar erzählte, seit einem Managerseminar hätte er sich das Wort „aber“ abgewöhnt. Er vermied es in Briefen, Exposees und Konzepten. Und mein Nachbar schreibt viel. Probieren Sie es aus: schreiben Sie ohne das Wort „aber“.
Eines Tages wollte mein Nachbar einem entfernten Freund von den Veränderungen in seinem Leben berichten, seit er dieses Wort gestrichen habe. Und da verwendete er es wieder. Zack. Der Computer schaltete sich ab. Read the rest of this entry »
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Tine Knut, dem Regenwurm, war es viel zu heiß. Er kroch in ein kühles Erdloch, dort fühlte er sich viel besser. Minuten später überflutete ein Regenguss alle Kuhlen und Gänge.
„Heiliger Bodenkrümel, wo bin ich nur hingeraten? Hier kann ich nicht bleiben!“, dachte Knut und wühlte sich durch den sandigen Boden an die Oberfläche. Draußen war es angenehm feucht. Doch wohin sollte er kriechen?
Feine Signale schwirrten durch Knuts geringelten Körper und sammelten sich an einem Ende zu einem deutlichen Eindruck: Licht. Knut zuckte zusammen. Mit Sonnenschein konnte er nichts anfangen. Normalerweise wagte er sich nur bei Dunkelheit an die Oberfläche.
„Ich werde vertrocknen!“, schimpfte er.
Plötzlich hob sich die Erde um ihn herum und Knut wurde durch die Luft geschleudert. Er spürte die heiße Sonne auf seinen 75 Körperringen und landete auf schwarzem Boden.
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