leseproben

Leseprobe: Nicht deine Liga

Mittwoch, 5.9., Kitzbüheler Horn

„Erzähl mir alles!“ Sigrid Haller setzt sich neben Grotolowsky auf den Felsvorsprung.
„Hilf mir zuerst.“ Seine Stimme ist klar und deutlich, obwohl er, den Kopf an den Felsen gelehnt, wie ein Häufchen Elend aussieht.
„Ich kann dir nur helfen, wenn du mir alles erzählst!“ Sie rutscht näher an ihn heran und bettet seinen Kopf auf ihren Oberschenkel.
„Ich brauche einen Arzt.“
„Ja, Gregor Grotolowsky, Ich habe ihn schon gerufen. Bis er kommt, kannst du mir erzählen.“
Seine Augen klappen zu und er nuschelt. „Du bist so was von neugierig.“

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Jenseits des Lichtkegels Sprandel

Kapitel 1 Rebecca

„Jetzt geht’s los. Jetzt geht’s los. Jetzt geht’s los!“, schreien die Künstler und rennen mit gebeugtem Rücken durch die Zuschauermenge. Rebecca und Angela stellen ihre Zellulosebecher mit Rotweinresten auf einen der überfüllten Stehtische im Vorraum und schlängeln sich an den Wartenden vorbei, um in der Arena ihren Platz einzunehmen. Die Stimmung ist gut.

„Nicht der Knüller, doch so gut, dass sich die zwei Coins auf jeden Fall gelohnt haben“, findet Angela.

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„Heiliger Bodenkrümel, wo bin ich nur hingeraten? Hier kann ich nicht bleiben!“ …

Buch "Haben Regenwürmer Augen?"Es ist heiß. Knut, der Regenwurm, kriecht tiefer in ein kühles Erdloch, dort fühlt er sich viel
besser. Minuten später überf lutet ein Regenguss alle Kuhlen und Gänge.
„Heiliger Bodenkrümel, wo bin ich nur hingeraten? Hier kann ich nicht bleiben!“, denkt Knut und wühlt sich durch den sandigen Boden wieder an die Oberf läche.

Draußen ist es angenehm feucht. Doch schon bald scheint die Sonne wieder. Knuts geringelter
Körper prickelt wie Brausepulver. Er zuckt zusammen. Mit Sonnenschein kann er nichts anfangen. Normalerweise wagt er sich nur bei Dunkelheit an die Oberf läche.

„Ich werde vertrocknen!“, schimpft er. Plötzlich hebt sich die Erde um ihn herum
und Knut fliegt durch die Luft. [continue reading…]

Cover des Kriminalromans "Wenn ich tot bin, werd ich Diamant" von Tine SprandelEnde Juni, in den französische Alpen
Ein Arm zog Lena von der Felskante.
„Vorsicht“, sprach eine tiefe Stimme mit leicht hysterischen Zwischentönen. Sie hatte sich das Massiv am Mont Blanc bewusst ausgesucht. Sie wollte den Berg der Berge in den Alpen vor den Augen haben, wenn sie fiel. Und nun hielt sie irgendein Trottel für lebensmüde.
Sie blickte hinter sich. Nein. Nicht. Der.
Grotolowsky.
„Wo kommst du her?“
„Zufall.“
„Lügner. Mein Vater hat dich als Aufpasser geschickt!“
Grotolowsky machte ein schuldbewusstes Gesicht.
„Auf welcher Seite stehst du eigentlich?“
„Auf Sepps Seite. Sonst auf keiner.“ [continue reading…]

brachland, gleisödland
was ich daran liebe?
die margeritenblüten,
die ihren lebensraum erobern

tine 7-14

2. Kapitel: Fuß fassen

Sigrid musste etwas unternehmen, um in dieser Stadt Fuß zu fassen. Wie alle einsamen Frauen stand ihr der Gang in einen Italienischkurs der Tiroler VHS offen oder Feldenkrais oder Keramik bemalen. Sie könnte sich auch öffentlichen Führungen durch die Geschichte Wörgls anschließen. Nur wo versteckte sich die Historie in Wörgl? Unter den Meilensteinen, die die Stadtverwaltung mangels echter Kulturgüter mit echtem Einfallsreichtum ins Pflaster eingebunden hatte?
Sie verwarf alle Alternativen und ging zum Mittagessen in die Post. Sie hatte sich für Tiroler Gemütlichkeit entschieden.
Sigrid kostete den Salat mit Putenbruststreifen, da betraten ein älteres Paar und ein Mann mittleren Alters den Gastraum. Das Paar kannte sie als Kunden; er wartete treu, bis seine Frau mit viel Hingabe ein Tuch passend zu ihrem Dirndl ausgewählt hatte.
„Ah, die Frau Loden muss sich auch stärken, angenehm.“ [continue reading…]

Ein Kapitel „Nele“

Cover 'Nele' con Tine Sprandel

1. Kapitel – zweiter Teil

„Kannst du nicht mal leise durch den Flur gehen?“ Mila Mütze krächzte aus ihrem Zimmer. Ihr Bruder Ben klopfte an ihre Tür und öffnete sie, ohne die Antwort abzuwarten.
„Schlaf weiter, Schwesterchen, und träum schön!“
Sie brummelte etwas in ihr Kissen und Ben lehnte die Tür an. An diesem frühen Morgen konnte ihn nichts aufregen. Mila nicht und die schlechte Nacht auch nicht. Sonderbar. Er hatte nichts erreicht. Erst traf er nur auf Alarmanlagen, die er noch nicht kannte, dann diese Frau. Und trotzdem fühlte er sich gut.
Ben stellte seine Tasche auf den Küchentisch und Resi huschte heraus. Sie sprang auf den Boden und suchte sofort den Wassernapf. Der war noch leer, Resi stupste die Metallschüssel an, sodass sie scheppernd über die Fliesen kullerte. [continue reading…]

Erstes Kapitel: Wer hat Angst vorm Drachen? Niemand!

Vorlesegeschichte für KinderEin Drache. Er nähert sich. Er ist grün und blau und mit dunklen Punkten. Nein, das sind keine Punkte, das sind Flecken. Große weihnachtsbaumgrüne Flecken. Miro, Lotte, Sven, Fabian und Laslo, die Kinder aus dem Lagerhaus, ducken sich hinter eine zerbrochene Fensterscheibe und schielen auf den Parkplatz. Sie sind auf zerbeulte Reifen geklettert, um besser sehen zu können. Draußen schüttet es.

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Kapitel 1

cover "Treppensturz"„Rita saß auf der zweituntersten Stufe mit gebeugtem Rücken, das Gesicht in den Händen verborgen. Sie spürte den zu kalten Beton durch die Jeans hindurch. Sie saß hier schon seit Stunden. So würde sie sich eine Blasenentzündung holen. Gedanken ploppten durch ihr Hirn. Die Zeit außer Kraft gesetzt. Ein Mensch lag zerschmettert zu ihren Füßen. Und sie dachte über eine Blasenentzündung nach.

Viele Stimmen sammelten sich seit einigen Minuten um sie herum. Sie hörte sie kaum, nur eine Stimme drang deutlich hervor: „Das ist die Zeugin, die den Mordanschlag überlebt hat, Frau Kommissarin.“

Scharfe Luft schoss durch scharfe Zähne. Rita vernahm das Zischen mit Erleichterung.

„Passen Sie mit Ihrer Wortwahl auf. Wir wissen noch nicht, was hier geschehen ist. Also verwenden Sie keine Begriffe wie ‚Mord‘, ist das klar?“ [continue reading…]

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